Willkommen bei der  

FWG Dausenau e.V.

 

Aufgrund der vielfachen Nachfrage veröffentlichen wir hier die Abschiedsrede von Ortsbürgermeister Jochen Schneider in ungekürzter Version:

 

 

 

Meine Sehr geehrten Damen und Herrn, liebe anwesende,


mit dem heutigen Abend schließt sich für mich die Akte „Ortsbürgermeister“. Ich schaue gerne und stolz auf die letzten 5 Jahre zurück, in denen ich Dausenau dienen durfte. Gerne hätte ich noch einige Projekte, die der alte Rat unter meiner Federführung, auf den Weg gebracht hat begleitet und abgeschlossen. Aber dies ist mir leider nicht mehr vergönnt. Die Geschwindigkeit, mit der das Schiff Dausenau auf den Kurs Schuldenberg zusteuert, konnte in den letzten 5 Jahren zumindest verlangsamt werden. Aber eine Entwarnung bedeutet das noch lange nicht. Sollte der eingeschlagen Kurs wieder verlassen werden, so dauert es nicht mehr lange und unser Schiff wird auf den Schuldenberg auflaufen und kentern. Also so ähnlich wie beider Titanic, wo es keiner für möglich hielt und als unsinkbar galt. Das darf nicht passieren. Denn das würde Stillstand bedeuten und die Zukunft der folgenden Generationen zerstören.


Ich nehme viel positves aus dieser Zeit mit, die mich auch persönlich weiter reifen lies. Neben Herausforderungen und Erfolge tragen auch Niederlagen dazu bei, dass man gestärkt in die Zukunft blickt.


Das mir die Rangliste auf einem Wahlzettel mal das Knick bricht, hätte ich mir nie träumen lassen. Nach Eingang von 35 E-Mails und 6 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, weiß ich es nun besser. Wer jetzt noch rechnen kann, weiß was ich meine. Hier geht erst einmal mein Dank an die Personen die sich gemeldet und damit geoutet haben einen Fehler gemacht zu haben. Das deutet auf Größe und war bestimmt nicht einfach. Es ändert aber im Nachhinein nichts mehr an den Fakten. Ich möchte dazu nur anmerken: Aufpassen wo man das Kreuz macht, denn nicht Zwangsläufig muss der Amtsinhaber immer oben stehen.


Nun, da die Enttäuschung überwunden ist, fällt auch eine schwere Last von den Schultern. Wurde man doch für alles verantwortlich gemacht, auch wenn es überhaupt nicht in den Verantwortungsbereich eines Ortsbürgermeisters fällt. Man steht halt immer an der Spitze, ob in guten oder schlechten Tagen. Da haben es die Beigeordneten schon ein bischen einfacher. Und da ist noch ein wichtiger Faktor: Die Zeit für Familie, Freunde und Hobbys ist nun wieder da. Schlagartig haben sich die Termineintragungen um 70 % reduziert. Ich muss auch nicht mehr aufpassen, dass ich am Monatsende mehr Geld in die Gemeinde habe fließen lassen, wie ich als Aufwandsentschädigung bekommen habe.

Ich habe nun gewisser Maßen mein Leben wieder zurück, dass ich aber sehr gerne für die Ortsgemeinde hinten angestellt habe und es auch jeder Zeit wieder tun würde.


Und so ganz bin ich ja auch noch nicht weg. Mit Hingabe, zum Wohle von Dausenau, werde ich mein Ratsmandat ausüben, um dort weiter Einfluss auf den Entwicklungsweg unseres Ortes zunehmen. Denn die Entscheidungen werden vom Rat gefällt, ob es einem passt, oder nicht. Dausenau ist nun erst einmal gespalten.

Diesen Zustand gilt es jetzt wieder zu überwinden. Aber das sage ich hier und heute offen und ehrlich, nicht zu jedem Preis. Alle im neuen Rat vertretene Fraktionen haben zwar prinzipiell das gleiche Ziel: Das beste für Dausenau. Jedoch gibt es hier in der Auslegung und Deutung schon gewisse, nicht zu unterschätzende, Unterschiede.


Sie sehen, ich habe meinen persönlichen Seelenfrieden gefunden und freue mich auf meine Kolleginnen und Kollegen im Rat, in deren Reihen ich mich wieder befinde, so wie es vor mittlerweile 20 Jahren begann. Nennen wir es einfach zurück zu den Wurzeln. Ungezwungen seine Meinung vertreten zu dürfen, sich nicht mehr nur neutral verhalten zu müssen, dass ist doch auch mal wieder etwas feines, worauf ich mich ganz speziell freue.


In diesem Sinne nochmals danke an alle, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, die mir vertrauten und mich so als Mensch akzeptierten der ich bin und immer bleiben werde: Offen und vor allem ehrlich. Wenn man morgens noch mit gutem Gewissen in den Spiegel sehen und erhobenen Hauptes durch Dausenau gehen kann, dann hat man das meiste wohl richtig gemacht.


Abschließen möchte ich mit einem Satz von Paulchen Panther - und der ist keine Drohung, sondern ein Versprechen !


Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage.


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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